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Zehn Fakten über das Kindle Publishing bei Amazon

die Ihnen noch niemand verraten hat.

Genie ist ein Prozent Inspiration und neunundneunzig Prozent Transpiration.

(Thomas Alva Edison)

Einmal Ihren Namen auf einem Buchcover sehen. Ihre Gedanken der Welt mitteilen. Vielleicht sogar davon leben können. – Träumen Sie auch davon, ein Autor zu sein? Herzlich willkommen in der Welt der Kreativen, der Idealisten und Wortkünstler. Schriftsteller zu werden, das ist in der heutigen Zeit keine Frage mehr der guten Kontakte und des Klinken-Putzens bei Verlegern und Agenten. Wer sein eigenes Buch herausbringen möchte, kann dies ganz einfach bei Amazon im Selbstverlag tun.

Moment… Ganz einfach? Ich denke, es gibt da ein paar Dinge, die Sie wissen sollten.

Fakt Nummer eins: Ein E-Book schreibt sich nicht von selbst.

Sie haben eine großartige Romanidee oder vielleicht brillantes Fachwissen, das Sie gern der Welt vermitteln möchten. Möglicherweise hat Ihnen der eine oder andere auch schon gesagt, dass Sie eine ausgesprochen lesenswerte Art zu schreiben haben. Das sind doch schon einmal sehr gute Voraussetzungen für ein Leben als Schriftsteller. Die schlechte Nachricht: Diese Voraussetzungen bringen sehr, sehr viele Menschen mit. Und alle haben – ganz genauso wie Sie – einen Traum und auch die Möglichkeit, diesen per Kindle Publishing umzusetzen. Rund 25.000 E-Books sind bereits bei Amazon erhältlich. Um auf dem hart umkämpften Buchmarkt erfolgreich zu sein, brauchen Sie daher etwas mehr als Talent und Kreativität. Sie brauchen darüber hinaus:

  • Willensstärke
  • Ein klares Ziel
  • Zeit
  • Geld
  • Einen guten Projektplan
  • Menschen, die Sie auf Ihrem Weg unterstützen
  • Methodenwissen und
  • Geduld

Stellen Sie sich einmal vor: Es ist ein wundervoller Sommertag, die Vögel zwitschern und Sie würden liebend gern ein Eis essen gehen. Doch auf dem Schreibtisch liegt der Stapel mit Ihren Notizen der vergangenen Tage. Wofür entscheiden Sie sich? Widmen Sie sich Ihrem Traum und klappen Sie den PC auf? Oder genießen Sie lieber die Sonne und verschieben Ihr Projekt auf einen späteren Tag? Als Schriftsteller brauchen Sie Disziplin. Je nachdem wie umfangreich Ihr Buch werden soll, kann dies Wochen oder Monate bedeuten, in denen Sie über Formulierungen nachdenken und Handlungsstränge planen, während Ihre Freunde im Biergarten sitzen. Eine gewisse Frustrationstoleranz sollten Sie also mitbringen, wenn Sie vorhaben, von Ihrem Buch nicht nur zu träumen, sondern es wirklich eines Tages zu veröffentlichen.

Von Stephen King ist bekannt, dass er jeden Tag mindestens 1.000 Wörter schreibt, und J. K. Rowling sagt von sich selbst: „Ich schreibe zu jeder Tages- Nachtzeit, überall und immer mit der Hand.“ Etwa ein Jahr benötigt sie, um einen Harry-Potter-Band fertigzustellen. Als Schriftsteller brauchen Sie den festen Willen, Ihren Traum zu verwirklichen. Und das heißt, dass viele Dinge, die Ihnen ebenfalls Spaß machen würden, hintenanstehen müssen.

Was Ihnen hilft, Disziplin und Durchhaltevermögen aufzubringen, ist ein ganz klares Ziel. Wie viele Menschen reden davon, dass sie irgendwann einmal ein Buch schreiben werden. Vielleicht haben Sie auch schon ein paar Ideen in der Schublade. Doch damit ist es noch lange nicht getan. Das, was Sie wirklich dahin bringen wird, Ihren Namen auf dem Cover zu lesen, ist ein ganz klares Ziel: „Ich will im Dezember 2020 meinen Roman bei Amazon publizieren.“

Je konkreter Sie Ihr Vorhaben planen, desto leichter wird es Ihnen fallen, die nötige Disziplin aufzubringen. Eine bewährte Methode hierfür ist die sogenannte SMART-Formel: Formulieren Sie Ihr Ziel spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Wie das geht?

Sagen Sie nicht „Ich will einen Roman schreiben“, sondern bringen Sie Ihr Ziel auf den Punkt: „Ich werde einen Kinder- und Jugendroman zum Thema Freundschaft in der Corona-Krise veröffentlichen.“

Woran werden Sie Ihren Fortschritt messen? Spinnen Sie Ihren roten Faden, teilen Sie Ihr Ziel in kleine Teilziele auf: Was müssen Sie tun, um Ihren Roman zu schreiben? (Dass Sie dieses Buch lesen, ist übrigens bereits ein erster Schritt.) Wie werden Sie sich vorbereiten? Wie viel Zeit werden Sie in die Planung investieren, wie viele Seiten wollen Sie pro Tag fertigstellen? Woran erkennen Sie, dass Ihnen ein Kapitel oder eine Szene besonders gut gelungen ist? …

Was ist eigentlich der Grund, weshalb Sie genau dieses Buch schreiben wollen? Was macht das für Sie so besonders attraktiv, dass Sie eben wirklich einmal für einige Zeit andere Dinge hintenanstellen werden. Ist es das Thema? Ist es der Vorgang des Schreibens an sich? Die Geschichte, die Sie schon Ihr ganzes Leben lang erzählen wollten? Es ist auch vollkommen legitim, wenn es sich um das Autorenhonorar handelt, dass das Schreiben für Sie besonders attraktiv macht. Apropos: Bei Kindle Publishing sind Honorare von bis zu 70 Prozent des Verkaufspreises erzielbar. Wichtig ist, dass Sie selbst genau wissen, was Sie motiviert. Und diese Motivation auch nicht verlieren, wenn Sie einmal vor einem blinkenden Cursor mit einer Schreibblockade sitzen.

Seien Sie jedoch realistisch. Ist es Ihr erstes Buch? Haben Sie schon Kenntnisse im Texten oder im kreativen Schreiben? Dann setzen Sie sich keinen zu sportlichen Zeitplan, um nicht sofort frustriert aufzugeben: „Das ist nichts für mich“. Machen Sie sich eine Liste Ihrer Stärken und Schwächen und beginnen Sie, sich ganz gezielt zu informieren. Schritt für Schritt erhalten Sie so eine Vorstellung davon, was Sie bis wann (gegebenenfalls auch mit wessen Hilfe) schaffen können.

Setzen Sie sich einen Termin. Im Hinblick auf Ihre Disziplin wird das Wunder wirken. Ein „im Dezember 2020 habe ich“ schafft ein vollkommen anderes Mindset als ein „irgendwann werde ich“. Setzen Sie den Termin so, dass Sie wirklich konzentriert arbeiten müssen. Geben Sie sich selbst das feste Versprechen, ihn auch einzuhalten. Und verschieben Sie ihn nur in echten Ausnahmefällen in die Zukunft.

Sie sehen schon, ein Buch zu schreiben ist ein Projekt: Es braucht Zeit, einen guten Plan, Geduld und das Wissen darum, wie Sie so über Ihr Lieblingsthema schreiben, dass es die Leser auch interessiert.

Fakt Nummer zwei: Sie müssen nicht alles allein machen. Sollten Sie auch nicht.

Nur weil es „Self“ Publishing heißt, bedeutet dies nicht, dass Sie auch alles allein machen müssen. Ganz im Gegenteil. Frei nach dem Motto „Vier Augen sehen mehr als zwei“, sollten Sie das Korrektorat und das Lektorat auf jeden Fall von einer anderen Person durchführen lassen. Für ein Bilderbuch brauchen Sie eventuell einen professionellen Illustrator. Und nach der Veröffentlichung Ihres Buches kann der Kontakt zu einem Marketing-Experten nicht schaden. Je nachdem wie Ihr Bekanntenkreis aussieht, können Sie sich diese Personen im eigenen Umfeld suchen. Um erfolgreich zu sein, sollten Sie jedoch wirkliche Profis engagieren. Und das bedeutet: Ein Buch im Selbstverlag ist zunächst einmal eine Investition von Zeit und auch Geld, die sich später als Autorenhonorar auszahlen wird.

Diese Profis werden Sie bei der Erstellung Ihres E-Books unterstützen:

  • Autorencoaches
  • Korrektoren
  • Lektoren
  • Grafikdesigner
  • Illustratoren

Sie schreiben Ihr erstes Buch? Dann ist es sinnvoll, sich mit dem kleinen Ein-Mal-Eins des Schreibens vertraut zu machen? Wie schreibt man ein Sachbuch? Welchen Regeln folgen Kurzgeschichten? Was gehört alles zu einem guten Roman?

Ratgeberliteratur hierzu gibt es in Hülle und Fülle, sei es als Buch oder Blog im Internet. Schneller und effektiver lernen Sie jedoch, Ihre Gedanken gut in Form zu bringen, wenn Sie sich mit einem Profi austauschen. Das kann ein Schriftsteller sein, ein Verleger oder ein speziell auf das Schreiben spezialisierter Trainer oder Coach. Das Geld, das Sie hier investieren, wird sich auszahlen: Sie nutzen Ihre Zeit wesentlich besser und ersparen sich viele Frustrationen im Nachhinein. Autorencoaches verraten Ihnen übrigens auch, wie Sie mit eventuellen Schreibblockaden umgehen. Vor allem haben Sie vom ersten Satz an ein klares Bild davon, wie Sie mit Erfolg an Ihr Projekt herangehen.

Korrektoren und Lektoren helfen Ihnen dabei, ein Buch zu veröffentlichen, das sich auch im Hinblick auf Orthografie, Grammatik und Stil sehen lassen kann. Da dies ein besonders wichtiger Punkt im Kindle Publishing ist, werde ich darauf später noch etwas genauer eingehen. Lassen Sie diese Prüfungen auf jeden Fall von einer anderen Person durchführen, denn die eigenen Fehler erkennt man meist nicht selbst.

Grafikdesigner erstellen Ihr Buchcover. Ansprechend soll es sein, auf den Inhalt hinführen, und dem potenziellen Leser sofort ins Auge fallen. Denken Sie an die ungeheure Konkurrenz, die sich auf dem Buchmarkt tummelt: Dieser erste Eindruck, der nur wenige Sekunden dauert, entscheidet darüber, ob sich ein Käufer näher mit Ihrem Werk befasst oder auf das Cover eines Autorenkollegen klickt. Auch wenn zahlreiche Webseiten und Grafikprogramme – von Canvas bis Adobe Photoshop – es Ihnen möglich machen, Ihr eigenes Buchcover zu erstellen: Den Blick eines Profis ersetzen sie nicht. Mein Rat: Erstellen Sie einige Entwürfe, überlassen Sie das endgültige Layout jedoch einem Grafikdesigner.

Sie schreiben Kinderliteratur? Dann dürfen Bilder auch in einem E-Book nicht fehlen. Je nachdem wie versiert Sie im Erstellen von Zeichnungen am PC sind, sollten Sie sich mit dem Gedanken befassen, einen Illustrator zu beauftragen. Gerade E-Books stellen besondere Anforderungen an das Equipment und die verwendeten Grafikprogramme. Konzentrieren Sie sich lieber auf Ihren Text und überlassen Sie die Zeichnungen einem Spezialisten.

Testleser. Freunde, Familie, Bekannte – lassen Sie Ihre Geschichte oder Ihr Sachbuch nicht nur von Lektoren lesen. Je mehr Meinungen Sie erhalten, umso eher können Sie sich ein Bild davon machen, wie Ihr Buch auf Ihre Kunden wirken wird. An dieser Stelle müssen Sie kein Geld in die Hand nehmen. Vielleicht jedoch eine kleine Aufmerksamkeit als Dankeschön bereithalten.

Fakt Nummer drei: Auch Selfpublisher müssen Rechte beachten.

Schneller als gedacht verletzt man beim Veröffentlichen eines Textes das Recht einer anderen Person. Hierbei kann es sich um einen Autor handeln, einen Verleger, eine Institution. Die wichtigsten Rechte, die Sie als Schreibender im Auge behalten sollten, sind Urheber- und Nutzungsrechte. Wussten Sie zum Beispiel, dass Sie ein Zitat erst dann frei verwenden dürfen, wenn der Urheber bereits über siebzig Jahre tot ist? Anderenfalls müssen Sie zunächst die Nutzungsrechte bei den Erben einholen.

Ganze Textpassagen eines Werkes (beabsichtigt oder unbeabsichtigt) zu verwenden, bezeichnet man als Plagiat. Hierbei handelt es sich um die Verletzung des Urheberrechts, das zu Schadensersatzforderungen führen kann, die nicht zu unterschätzen sind. Verschiedene Programme, wie zum Beispiel die Software PlagScan, hilft Ihnen dabei, Ihren Text auf Übereinstimmungen mit anderen Quellen zu überprüfen.

Wie sieht es mit dem Buchcover oder Bildern in Ihrem E-Book aus? Auch hier achten Sie bitte darauf, dass kein Fotograf Rechte an den verwendeten Werken geltend macht. Entweder, in dem Sie Fotos veröffentlichen, die von Ihnen selbst stammen, frei erhältlich sind oder aber an denen Sie vorab die Rechte erworben haben.

Markenrecht: Zahlreiche Titel sind geschützt. Auch hier lohnt es sich, vorab in Erfahrung zu bringen, ob ein bestimmter Buchtitel schon von einem anderen Schriftsteller verwendet wurde – dann greift das Urheberrecht – oder vorab als Marke geschützt wurde. In beiden Fällen müssen Sie dann einen anderen Titel wählen.

Wenn Sie schon einmal bei einem Verlag ein Buch im Print-Format herausgebracht haben, und dieses nun im Selfpublishing als E-Book veröffentlichen möchten, lesen Sie sich unbedingt den Autorenvertrag durch. Liegen die Rechte am Werk noch bei Ihnen oder haben Sie diese an den Verleger abgetreten?

Fakt Nummer vier: Die Leseprobe verrät Ihren Kunden mehr, als Sie denken.

Der Leser kauft bei Amazon nicht blind. Gerade bei E-Books dienen die ersten zehn Seiten als Leseprobe. Haben Sie es mit Ihrem Cover geschafft, seine Aufmerksamkeit zu wecken, so zerstören Sie nun nicht den guten ersten Eindruck mit fehlerhafter Rechtschreibung oder einer gruseligen Grammatik. Bei Romanen stört das den Lesefluss – der Kunde kann sich nicht auf die Handlung einlassen, da er immer wieder über Fehler stolpert und sich sicherlich auch über diese ärgert. Bei Sachbüchern sind Sie im Handumdrehen unglaubwürdig. Ein Experte mit so wenig Bildung? Schließlich wird dies das erste und letzte Buch sein, das Sie unter diesem Namen veröffentlichen. Denn schlechtes Deutsch zerstört Ihren Ruf als Autor sofort.

Doch so sicher Sie sich im Schreiben auch sind: Ein Fehler kann sich immer einmal einschleichen, und hier kommen wieder die Profis ins Spiel: Mit einem professionellen Korrektorat lassen sich ungewollte Orthografie-Pannen und Grammatik-Fehltritte vermeiden.

Beim Korrektorat, das in der Regel als letzter Schritt vor der Veröffentlichung erfolgt, werden folgende Aspekte des Textes geprüft:

Beim Korrektorat werden folgende Punkte kontrolliert und korrigiert:

  • Orthografie
  • Grammatik
  • Zeichensetzung
  • Typografie

Vielleicht ist das Wort Typografie nicht so geläufig: Hierunter versteht man alles, was – grob ausgedrückt – mit dem Schriftsatz des Textes zu tun hat: die Schriftart und Wortabstände, Apostrophe, Worttrennungen, Absatzeinzüge, Zeilenbreite bis hin zur Gliederung der Seite in Textabschnitte und Bilder. Auch dies ist Untersuchungsgegenstand im Rahmen eines Korrektorats, das optimalerweise von zwei unabhängigen Personen im Vier-Augen-Prinzip durchgeführt wird.

Dem Korrektorat wird in der Regel die Überprüfung von Stil und Aufbau des Werkes vorangestellt. Im Gegensatz zum Korrektorat handelt es sich bei diesem sogenannten Lektorat nicht nur um eine Bereinigung eventueller Fehler, sondern auch um die sprachliche und inhaltliche Optimierung des Textes. Ein Lektor achtet beispielsweise darauf, ob Wortwiederholungen vorkommen oder, Passagen zu umständlich oder schwer verständlich formuliert wurden. Er geht aber noch weiter: Der Lektor, als unabhängiger Leser und Sprachprofi, erkennt, ob die Geschichte einem roten Faden folgt und Zusammenhänge klar erkennbar sind. Sicher haben Sie als Autor bereits darauf geachtet, doch oft sieht ein Dritter Lücken, die Sie aufgrund Ihres Hintergrundwissens als selbstverständlich vorausgesetzt haben. Eventuell stellt er Teile des Textes um oder ergänzt sie so, dass sie allgemein verständlich werden. Ein Lektor gibt Ihrem Buch den Feinschliff.

Der große Vorteil eines Lektorates und eines Korrektorates liegt darin, dass sie von sprachwissenschaftlich professionell ausgebildeten Personen ausgeführt werden, die darüber hinaus nicht „betriebsblind“ sind. Nutzen Sie diese Chance. Im Sinne Ihrer Leser und Ihrer Verkaufszahlen.

Fakt Nummer fünf: Ihre Computerkenntnisse sind gefragt.

Selbstverständlich reichen Sie Ihr E-Book nicht als handgeschriebenes Manuskript ein. Ihr am PC oder Mac-Book geschriebener Text muss, bevor Sie ihn bei Ihrem Anbieter einreichen, in ein passendes Format konvertiert werden, das von den Kindle-Nutzern leicht gelesen werden kann. Das Gängigste ist das von allen Distributoren durchgängig genutzte EPUB-Format. Da Sie sich für das Kindle Publishing interessieren, sollten Sie jedoch auch MOBI oder PDF als Textformat in Betracht ziehen, damit Ihre Leser Ihr Buch so vor Augen haben, wie Sie es sich vorstellen.

Sie haben keine Erfahrung im Konvertieren Ihrer Dateien? Lassen Sie sich hiervon nicht verunsichern: Die Selfpublishing-Verlage wie Amazon stellen leicht verständliche Leitfäden zur Verfügung, denen Sie nur Schritt-für-Schritt folgen müssen.

Ein Tipp: Halten Sie die Struktur Ihrer Texte einfach und klar. Buchtitel – Kapitelüberschrift – ein in Absätze gegliederter Text – Kapitelüberschrift – Text…. So können Sie kaum etwas falsch machen. Die Seitenumbrüche werden vom Kindle-Reader automatisch vorgenommen, je nach eingestellter Textgröße. Vorsicht: Auch wenn das PDF von Selfpublishing-Verlagen angenommen wird, so ist es für Kindle-Leser nicht optimal. Denn gerade in diesem Format können Seitenumbrüche nicht automatisch erfolgen. Stattdessen bietet beispielsweise Amazon mit Kindle Create eine eigene Software an, die einfache Word-Dateien automatisch in ein von E-Book-Readern lesbares Format umwandelt und gleichzeitig eine Vielzahl von Formatierungsmöglichkeiten für Ihren Text und Ihre Überschriften anbietet. Sie können auch Links, Bilder und Fußnoten einfügen. Die integrierte Vorschau gibt Ihnen dann bereits am Rechner einen klaren Eindruck davon, wie Ihre Leser Ihr fertiges E-Book auf dem Kindle wahrnehmen werden.

Wenn Sie bereits über etwas fortgeschrittenere Computerkenntnisse verfügen, haben Sie auch die Möglichkeit, Ihre Word-Datei zuvor selbst in das gängige MOBI-Format zu konvertieren und Ihr E-Book in diesem zu bearbeiten.

Die Datei mit dem fertig gestalteten Cover laden Sie getrennt auf die Amazon-Plattform. Denken Sie daran, es handelt sich um das Erste, das der Leser von Ihrem Werk wahrnehmen wird. Möchten Sie keinen professionellen Grafikdesigner beauftragen, so bietet Amazon ebenfalls eine Software-Lösung an: Mit dem kostenlosen Tool „Cover Creator“ können Sie selbst ein Buchcover in der richtigen Größe und Auflösung erstellen. Achten Sie auf ausreichend Kontrast, denn der Kindle-Reader wird Ihr Buchcover nur in Schwarz-Weiß darstellen. Auf der Verkaufsseite erscheint Ihr Buch selbstverständlich in den von Ihnen oder Ihrem Grafikdesigner gewählten Farben.

Fakt Nummer sechs: Die Preiskalkulation verlangt Fingerspitzengefühl. Verkaufen Sie sich nicht unter Wert!

Autorenhonorare von bis zu 70 Prozent sind im Selfpublishing durchaus möglich. Doch nun stellt sich die Frage, zu welchem Preis Sie Ihr Buch anbieten wollen. Auf der einen Seite möchten Sie, dass sich all die Arbeit auch gelohnt hat, und möchten Ihr Buch möglichst lukrativ verkaufen. Doch auf der anderen Seite wissen Sie, dass die Leser nicht nur nach dem Inhalt, sondern auch auf ihre Ausgaben schauen. Wie bleiben Sie also konkurrenzfähig, verkaufen sich aber nicht unter Wert?

Als Faustformel können Sie davon ausgehen, dass etwa zwei Drittel aller bei Amazon angebotenen Kindle-E-Books zu einem Preis von 2,99 Euro verkauft werden

Setzen Sie den Preis Ihres Buches niedriger an, um höhere Verkaufszahlen zu erreichen, müssen Sie damit rechnen, dass der Verlag Ihnen eine im Verhältnis geringere Beteiligung anbietet. Amazon zahlt bis zu einem Verkaufspreis von 2,68 Euro nur bis zu 35 Prozent Autorenhonorar.

Nichtsdestotrotz werden rund ein Viertel aller E-Books zu einem Preis von 99 Cent angeboten. Das erscheint Ihnen sehr wenig? Bei einer Autorenbeteiligung von bis zu 70 Prozent und sehr hohen Download-Zahlen können durchaus Summen erzielt werden, von denen gefragte Schriftsteller gut leben können. Die junge US-Amerikanerin Amanda Hocking verkaufte ihr Buch mehr als 1,5 Millionen Mal – und wurde damit (fast) über Nacht zur Millionärin.

Ganz frei sind Sie bei Ihrer Preisgestaltung allerdings nicht: Je nach Umfang Ihres E-Books legt Amazon Mindest- und Höchstlistenpreise fest, die von 89 Cent bis 215 Euro reichen können. Die 70-Prozent-Tantiemenoption haben Sie, wenn Sie Ihr Buch in einer Preisspanne von 2,69 Euro bis 9,99 Euro anbieten.

Fakt Nummer sieben: Nach der Veröffentlichung geht die Arbeit erst richtig los.

Klappern gehört zum Handwerk. Diese alte Weisheit trifft auch auf Schriftsteller zu. Denn nur wer von Ihrem Buch weiß, wird es auch kaufen. Was können Sie also tun, um Ihre Leser auf den Geschmack zu bringen? Lernen Sie doch am besten von den Marketing-Experten und betreiben Sie Werbung in eigener Sache. Im Zeitalter des Internets steht Ihnen eine Fülle an Möglichkeiten offen: Facebook & Co. helfen Ihnen dabei, eine große Fangemeinde aufzubauen. Aber auch die klassischen Methoden einer Buchbewerbung können Sie als Selfpublisher für sich nutzen. Da Sie keinen Verlag beauftragt haben, der die Werbung für Sie übernimmt, machen Sie dies ganz einfach selbst: Nehmen Sie an Lesungen und Buchvorstellungen teil oder betreiben Sie Pressearbeit. Optimal ist es, wenn Sie viele verschiedene Kanäle für sich nutzen können. In der Wirtschaft wird dies auch als Marketing-Mix bezeichnet. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Sie gefunden werden. Gehen Sie aktiv auf Ihre Leser zu:

Sie haben ein Sachbuch zu einem bestimmten Thema geschrieben? Dann versuchen Sie, diese Information in einem anerkannten Fachmagazin zu platzieren, gehen Sie auf entsprechende Messen und positionieren Sie sich als Experte. Ihre potenziellen Leser sollen wissen: Von Ihnen kann man etwas lernen – die Investition in Ihr E-Book wird sich lohnen.

Aber auch Belletristik lässt sich über die Presse bewerben. Auch, wenn einem angehenden Autor der Weg ins Feuilleton einer großen Zeitung noch verwehrt bleiben wird. Doch vielleicht haben Sie Kontakte zu ihrer regionalen Presse, Journalisten im Freundes- und Bekanntenkreis? Der Aufbau Ihrer Fangemeinde wird sich in barer Münze für Sie auszahlen.

Fakt Nummer acht: Unterschätzen Sie nicht den Einfluss der sozialen Medien!

Sicher schreiben Sie Ihr Buch nicht nur, um einmal Ihren Namen auf einem Cover zu lesen. Sie haben eine Botschaft, wollen etwas vermitteln. Einfluss nehmen. Auch wenn Sie es nicht auf Anhieb schaffen, in den sozialen Medien zum Influencer zu werden (und wer kann das schon?), so können Sie doch Schritt für Schritt Ihre Präsenz auf Facebook, Instagram und Twitter ausbauen – und bei der Gelegenheit Ihr Buch einer wachsenden Anzahl von potenziellen Käufern bekannt machen:

  • Legen Sie einen Instagram-Account an und posten Sie regelmäßig Beiträge, die zum Thema Ihres Buches passen.
  • Nutzen Sie auch die Möglichkeiten der Instagram-Stories und verwenden Sie Hashtags, nach denen Ihr Leserkreis suchen wird.
  • Legen Sie bei Facebook eine eigene Fanpage an, auf dem Sie Ihr Werk bewerben.
  • Machen Sie Ihr Buch über Twitter bekannt. Auf der Kurzmitteilungsplattform können Sie kleine Beiträge posten, die zum Thema passen, und so im Laufe der Zeit eine treue Follower-Gemeinde aufbauen. Ihre Beiträge, und damit auch Ihre Werbung, werden oft nicht nur von diesen gelesen, sondern „weitergezwitschert“ – lassen Sie sich diese Chance nicht entgehen.
  • Möglicherweise haben Sie sogar Kontakt zu einem Influencer in den sozialen Medien? Einer Person, die bereits einen großen Bekanntheitsgrad besitzt? Hier gilt das Gleiche wie bei der Pressearbeit: Pflegen und nutzen Sie diesen Kontakt. Ist der Influencer von Ihrem Buch begeistert, so können Sie in ihm oder ihr einen einflussreichen Fürsprecher finden.
  • Eröffnen und pflegen Sie eine Facebook-Gruppe. Sie möchten eine lebendige Fangemeinde, die sich untereinander austauscht? Dann eröffnen Sie doch eine Facebook-Gruppe zu einem Thema, das zu Ihrem Buch passt. Als aktiver Administrator oder Administratorin dieser Gruppe schlagen Sie gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Sie schaffen Mehrwert für die Mitglieder, die von Ihnen und voneinander lernen können. Sie positionieren sich als Experte auf Ihrem Gebiet. Und sie machen eine hervorragende Werbung für Ihr Werk.
  • Wie wäre es mit Werbung auf YouTube? Auch das ist eine Möglichkeit, Ihr Wissen zu präsentieren. Vor allem dann, wenn es sich bei Ihrem E-Book um ein Sachbuch handelt. Ein eigener Kanal auf der Video-Plattform ist schnell erstellt. Mit gut gestalteten Videos zu Themen, die die Menschen beschäftigen, zeigen Sie, dass Sie sich auf Ihrem Gebiet auskennen – und wer noch mehr über das Thema wissen möchte, wird in Ihrem Buch fündig werden.
  • Legen Sie eine Autorenseite bei Amazon an.

Fakt Nummer neun: Ein brillanter Internetauftritt ist Ihre beste Werbung.

Ein Nachteil von Social-Media-Plattformen: Sie geben Ihre Daten aus der Hand. Die Nutzungsbedingungen von Facebook berechtigen diese nicht nur, das von Ihnen veröffentlichte Material für eigene Werbezwecke zu nutzen. Auch über den Bestand oder die Löschung von Seiten und Kanälen entscheiden nicht Sie, sondern der Betreiber.

Ganz anders sieht es hingegen aus, wenn Sie eine eigene Webseite oder einen eigenen Blog betreiben. Hier sind Sie der Eigentümer der Inhalte und entscheiden allein über deren Verwendung. Entscheiden Sie sich darüber hinaus für eine selbst gehostete Website, so können Sie diese in jeder Hinsicht so gestalten, wie es Ihnen und Ihrem Werk am besten entspricht.

Was sollte Ihre Webseite auf jeden Fall beinhalten?

Es gilt das Gleiche wie bei Ihrem Auftritt in den sozialen Medien: Schaffen Sie Mehrwert für den Leser. Geben Sie ihm interessante Informationen, lassen Sie ihn Antworten auf seine Fragen finden. Gerade bei einem Sachbuch bietet sich ein Blog zu Ihrem Spezialthema an, in dem Sie in regelmäßigen Abständen neue Beiträge veröffentlichen. Wenn Sie diesen noch durch einen Newsletter begleiten, halten Sie das Interesse Ihrer potenziellen Kundschaft wach. Wenn Sie eines beachten: Verraten Sie nicht alles auf Ihrer Webseite, sondern geben Sie Ihren Lesern einen kleinen Einblick in Ihr Wissen. Wer sich darüber hinaus informieren möchte, ist herzlich eingeladen, Ihr E-Book zu kaufen.

Aus diesem Grund gehören auf Ihre Website Angaben zu Ihrem Buch:

  • Titel
  • Kurzbeschreibung
  • Inhaltsangabe
  • Leseprobe
  • Coverfoto
  • Link zum Anbieter
  • Lesermeinungen

Wussten Sie eigentlich, dass die „Über-mich-Seite“ die am häufigsten gelesene Seite eines Internetauftritts ist? Daher gehört auf jeden Fall ein Autorenprofil dazu. Geben Sie Ihren Lesern einen kurzen Einblick in Ihr Leben. Wer sind Sie? Was hat Sie dazu bewogen, Ihr Buch zu schreiben? Wie ist Ihr Werdegang?

Und richtig professionell lassen Sie es angehen, wenn Sie Ihrem Internetauftritt noch ein Mediakit anbieten – eine Art Visitenkarte für Journalisten und Agenturen. Auch hier sind Sie frei in der Gestaltung, doch empfehlenswert sind folgende Informationen:

Was beinhaltet ein Mediakit?

  • Ein Autorenfoto. Auch wenn Sie schon ein von einem professionellen Fotografen (!) gefertigtes Bild von sich auf der Über-mich-Seite eingestellt haben.
  • Eine kurze Beschreibung Ihrer Motivation.
  • Wer ist Ihre Zielgruppe, was können die Leser erwarten?
  • Einige Zahlen, Daten und Fakten zu Ihnen, Ihrem Buch und Ihrem Bekanntheitsgrad.
  • Kontaktdaten: Wie kann ein interessierter Journalist Sie am schnellsten erreichen? Geben Sie hier auf jeden Fall Ihre E-Mail-Adresse und Ihre Handynummer an. Optional eine Postanschrift.

Ein Tipp:

Wenn Sie Ihre Webseite selbst gestalten (oder gestalten lassen), bietet es sich an, die Farbgebung an Ihr Buchcover anzupassen.

Fakt Nummer zehn: Der Fiskus liest mit.

E-Books sind nicht nur mehrwertsteuerpflichtig. Auch Ihre Einnahmen aus dem Verkauf eines E-Books unterliegen der Einkommensteuerpflicht. Vergessen Sie nicht, diese in Ihrer Steuererklärung anzugeben. Ganz besonders dann, wenn Sie, wie empfohlen, aktiv Werbung auf mehreren Kanälen machen, ist es wahrscheinlich, dass das Finanzamt einmal etwas genauer in Ihre Angaben schaut.

Und zu guter Letzt….

  • Sind Sie auf den Geschmack gekommen? Hier können Sie als angehender Schriftsteller noch etwas von den Bestseller-Autoren lernen:
  • Dan Brown soll in den frühen Morgenstunden mit dem Schreiben beginnen und hin und wieder Gravity-Boots verwenden, um Blut in seinen Kopf fließen zu lassen.
  • Stephen King fand Rückhalt bei seiner Frau, wenn er das Gefühl hatte, als Schriftsteller einfach nicht gut genug zu sein.
  • Ernest Hemingway sagte einmal: „Schreibe die ganze Geschichte, entferne alle schönen Zeilen und prüfe dann, ob der Text noch zu verstehen ist.“
  • J. K. Rowling ist „Twitterkönigin“. Sie setzt bei dem Kontakt zu ihrer Fangemeinde vor allem auf den Kurznachrichtendienst.

(c) Frances Dahlenburg, Juli 2020

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