21 Tage Texter-Tipps #2: Erfinde deinen Lieblingsleser – der Kundenavatar2019-02-09T01:35:15+02:00

Tipp Nummer 2

Gestern hast du erfahren, weshalb du dich immer in deinen Leser hineinversetzen solltest. Bereits bei der Planung des Textes solltest du damit anfangen. Spätestens dann, wenn du schreibst. Das hilft dir nicht nur bei der Wahl des passenden Themas. Es sorgt auch dafür, dass du – wie von selbst – den richtigen Schreibstil findest.

Denn nicht jede Tonalität passt zu jeder Zielgruppe. Für Kinder wirst du selbstverständlich anders schreiben als für Erwachsene. Es ist auch ein Unterschied, ob sich dein Angebot an Schulabgänger richtet, oder ob du Hochschul-Professoren am Ende ihrer wissenschaftlichen Karriere ansprechen willst. Daher betone ich noch einmal: Schreibe für eine exemplarische Person, auch wenn du eine breite Leserschaft ansprechen möchtest.

Lerne deinen Leser kennen

Du kannst es dir jetzt ganz einfach machen und an deinen Nachbarn denken. Gehört dein Nachbar zu deiner Ziel-Lesergruppe? Kennst du ihn so gut, dass du dich problemlos in ihn hineinversetzen kannst? Dann los.

In allen anderen Fällen, gebe ich dir jetzt einen kleinen Fragenkatalog an die Hand, anhand dessen du Schritt für Schritt deinen Wunschkunden entwickeln kannst. Ja, es ist eine Fantasiefigur, ein sogenannter Kundenavatar. Aber bei allein rund 130 Millionen Menschen weltweit, deren Mutter- oder Zweitsprache Deutsch ist, stehen die Chancen nicht schlecht, dass dein Lieblingsleser in ähnlicher Weise tatsächlich existiert. Also los. Für wen möchtest du schreiben?

Dein Wunschleser als Person

Gib deinem Wunschleser einen Namen. Ja, das ist gar nicht so absurd. Denn so wird er in deinen Gedanken als Person greifbar. Das ist wichtig, damit du schließlich auch für ihn “persönlich” schreiben kannst.

  • Welches Alter hat dein Leser? Ein Artikel über die neuesten Trends bei Snapchat wird vermutlich eher in einem Jugendmagazin Anklang finden. Ich denke, dass Leser eines Seniorenmagazins etwas weniger daran interessiert sein werden.
  • Wo wohnt er (oder sie, wenn du für eine Frau schreibst)? Schreibst du für Menschen auf dem Lande oder in der Stadt? Je nach Wohnort werden ihre Probleme sehr unterschiedlich sein. “Wie komme ich entspannt zur Arbeit?” Dieser Artikel wird ganz anders ausfallen, wenn du dabei an die Rush-Hour auf der Stadtautobahn denkst, oder an den Bus, der nur einmal pro Stunde das Heimatdorf deines Lesers anfährt.
  • Der Familienstand deines Lesers ist ebenfalls nicht unwichtig. Es ist ein Unterschied, ob du Informationen für junge Mütter anbietest oder du eine “Double-Income-No-Kids”-Zielgruppe hast.
  • Das Thema deiner Texte wird ebenfalls wie der sprachliche Stil stark durch den Ausbildungsstand deiner Leser bestimmt werden. Vergleiche einmal Tonalität und Inhalte des FAZ-Feuilletons mit der Titelseite der BILD-Zeitung.
  • Die berufliche Position, das soziale Umfeld und die Kaufkraft des Lesers sind besonders wichtig, wenn du nicht nur informative Artikel schreiben möchtest, sondern auch Produkte oder Dienstleistungen anbietest. Unterschätze nicht den Wert von Status und Ansehen. Er ist oft ausschlaggebend für einen Kauf.
  • Der Gesundheitszustand deines Lesers kann auch einen wichtigen Aspekt darstellen. Damit gehen Probleme und Schwierigkeiten einher, mit denen er zu kämpfen hast. Kannst du ihm helfen, sie zu überwinden oder zu lindern?

Die Vorlieben deines Lieblingslesers

Was tut dein Wunschleser in seiner Freizeit, was ist sein liebstes Hobby? Hier findest du den Stoff für deine Themen.

  • Welche Vorbilder hat er? Hier tauchst du schon eher in die Psyche deines Kunden ein. Damit einher gehen:
  • Lebenseinstellung
  • politische Haltung
  • persönliche/berufliche/private Erfahrungen

Stelle dir auch Fragen wie:

  • Ist dein Leser konservativ/traditionell?
  • Wie offen steht er Innovationen gegenüber?
  • Wie wichtig ist ihm Sicherheit?
  • Was hält er von vegetarischer Ernährung?
  • Welche Musik hört er? …

Du kannst deine Analyse bis hin zur Augen- und Haarfarbe ausweiten. Das wird deine Texte weniger beeinflussen, hilft dir aber, eine Beziehung zu deinem Kundenavatar aufzubauen. Es erleichtert dir das Schreiben.

Fazit

Um das Leben deiner Wunschkunden zu verbessern, musst du es kennen. Dann kannst du dich ganz zielgerichtet daran setzen, Lösungsvorschläge für sein dringendstes Problem zu unterbreiten.

Nun kannst du dich mit der Umsetzung befassen. In meinem nächsten Tipp verrate ich dir, wie du deinen Text planst und strukturierst.

Bonus für meine Newsletterabonennten: Ein ausführlicher Fragebogen für die Entwickung eines lebendigen Kundenavatars steht im Downloadbereich zur Verfügung.

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