21 Tage Texter-Tipps #11 – Die Archetypen in der Heldenreise2019-02-19T22:17:32+02:00

Tipp 11

Die Archetypen in der Heldenreise

Gestern habe ich dir ein Grundgerüst an die Hand gegeben, nach dem Geschichten aufgebaut sind, die die Leser fesseln und mit denen sie sich identifizieren können: Die Heldenreise.

Der Erfolg dieser Struktur kommt nicht von ungefähr. Der Schweizer Psychoanalytiker Carl Gustav Jung beschreibt die Heldenreise als den Weg, den jeder im Laufe des Erwachsenwerdens gehen muss.

Jung beschreibt neben diesen einzelnen Stationen der Individualisierung eines jeden Menschen auch stets wiederkehrende Figuren, Beziehungen und Symbole, die uns im Laufe unserer Entwicklung begegnen. Er nannte sie die Archetypen.

Die Archetypen stellen Persönlichkeitsanteile der Hauptfigur dar, die diese im Laufe ihrer Entwicklung integrieren wird. Deswegen ziehen uns Geschichten nach dem Plot der Heldenreise derartig in ihren Bann: Wir identifizieren uns mit der Hauptfigur – dem Helden – und erleben ein Stück weit ihre Entwicklung mit. Die Archetypen im Außen stellen auch Anteile dar, die wir als Leser in uns tragen.

Wichtige Archetypen der Heldenreise sind:

Der Held

Am Anfang der Geschichte ist der Held noch kein Held, sondern eine leidende, verletzte Figur, die Empathie und gegebenenfalls auch Mitleid im Leser auslöst. Seine Aufgabe ist, eine Identifikationsfigur darzustellen, die sich im Laufe der Geschichte durch das Überwinden von Schwierigkeiten entwickelt. Der Held treibt die Handlung voran.

Der Mentor

Mentoren können positiv oder negativ besetzt sein. In jedem Fall schützen und unterstützen sie den Helden. Ihre Funktion: Sie bringen den Helden dazu, seine Reise anzutreten – auf welche Weise auch immer. Und sie geben ihm eine Gabe auf den Weg, die er im Laufe der Geschichte brauchen wird.

Die Gefährten

Sie begleiten den Helden auf seiner Reise und unterstützen ihn, wenn er in Gefahr gerät.

Der Schwellenhüter

Er prüft, ob der Held für den Schritt in eine neue Welt bereit ist.

Der Herold

Er kündigt Veränderungen und Wandlungen an. Dabei muss es sich bei dem Herold nicht unbedingt um eine eigenständige Person sein. Er kann auch durch ein Ereignis repräsentiert werden oder mit einem anderen Archetypen in einer Person auftreten. So ist es nicht selten, dass der Herold und der Mentor gemeinsam anzutreffen sind.

Der Gestaltwandler

Der Gestaltwandler führt den Helden in die Irre. Er verändert ständig sein Auftreten oder seine Erscheinung. Der Gestaltwandler lässt Zweifel im Helden aufkommen, ob er sich noch auf dem richtigen Weg befindet, wem er vertrauen kann und wer ihn verraten wird.

Der Trickser

Der Trickser bringt den Helden wieder auf den Boden der Tatsachen. Mit Provokation und Unfug löst er befreiendes Gelächter aus und reduziert so den Druck in spannungsgeladenen Situationen.

Der Schatten

Der Schatten spiegelt dem Helden jene Anteile seiner selbst, die er verdrängt hat. Eine Aufgabe auf seiner Reise ist, sie endlich zu sehen und in seine Persönlichkeit zu integrieren: Innere Konflikte, Zweifel, Schuldgefühle, Egoismus oder Arroganz. Ein Schatten macht auf etwas Wesentliches aufmerksam. Der Held muss seine Kraft erkennen und für seine weitere Reise – seine Entwicklung – nutzen.

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