21 Tage Texter Tipps #18: Bessere Texte in elf Schritten2019-02-27T14:56:25+02:00

Tipp 18

Bessere Texte in elf Schritten

In Texter-Tipp 15 ging es darum, wie du Schreibblockaden überwindest. Ein wesentlicher Auslöser für eine Schreibblockade ist der Gedanke, von Anfang an perfekt schreiben zu müssen. Dass das beileibe nicht der Fall ist, zeige ich dir in diesem Tipp. Es geht darum, wie du deinen ersten Entwurf, den Rohtext, verbesserst. Schritt für Schritt erhältst du einen Text, den du gerne veröffentlichst.

Nimm dir dafür deinen Entwurf und Stifte, die du zum Markieren der Textstellen nutzen möchtest.

Schritt 1 – Satzlängen

Die Nachrichtenagentur empfiehlt eine Satzlänge von nicht mehr als vierzehn Wörtern. Das bedeutet nicht, dass du gute Sätze auf Biegen und Brechen auseinanderreißt. Doch schaue einmal, ob du manches auch kürzer formulieren kannst.

Schritt 2 – Wortlängen

Auch bei den Wortlängen gilt: Weniger ist mehr. Ein leicht verständlicher Verkaufstext besteht aus überwiegend zweisilbigen Wörtern. Mehr als fünf Silben (Getränkefachgroßhandel) sind in jedem Fall zu viel.

Schritt 3 – Personal- und Possessivpronomen

Ich, du, Sie, wir, ihr – mein, dein, unser, eurer, Ihr… Auch Personal- und Possessivpronomen tragen viel zur Wirkung deines Textes bei. Wenn du mit deinem Text verkaufen willst, sollte die Anrede deines Empfängers deutlich häufiger vorkommen, als ich und wir.

Schritt 4  –  Vermeide den Nominalstil und abstrakte Substantive

„Für die Bearbeitung von xy benötigen wir eine erneute Beauftragung.“ Dieser Satz wirkt im Verbalstil wesentlich persönlicher: Bitte erteilen Sie uns einen neuen Auftrag, wenn Sie möchten, dass wir xy bearbeiten.

Schritt 5 – Achte darauf, dass dein Leser die verwendeten Ausdrücke auch versteht

Fachbegriffe sind nicht für alle Leser verständlich. Je breiter deine Leserschaft, desto einfachere Begriffe solltest du wählen. Das mindert nicht deine Fachkompetenz. Es sorgt dafür, dass du die Leser dort abholst, wo sie gerade stehen.

Schritt 6 – Haben sich Worthülsen in deinen Text eingeschlichen?

Kein Mensch möchte heute mehr etwas von innovativen Ideen und ganzheitlichen Ansätzen wissen. Streiche nichtssagende Wörter aus deinem Text.

Schritt 7 – Verringere die Anzahl deiner Hilfs- und Modalverben

Können, sollen, müssen, wollen, dürfen, mögen – all diese Worte bremsen den Lesefluss. Vor allem fordern sie vom Leser, dass er bis zum Ende des Satzes wartet, bis er den Inhalt versteht:

„Ich kann am Sonntag Kuchen mit frisch gepflückten Erdbeeren und Sahnecreme für die Party deiner Schwiegermutter… “ Ja, was? kaufen, besorgen, backen?. – „Ich besorge am Sonntag Kuchen mit ….“

Das Gleiche gilt für die Hilfsverben haben und sein.

Schritt 8 – Vermeide den Konjunktiv

Ich könnte Ihnen behilflich sein. – Ich kann Ihnen helfen.

Ich würde mich noch einmal melden. – Ich werde mich noch einmal melden.

Wenn nicht ausdrücklich eine Aussage relativiert werden muss, vermeide die Möglichkeitsform. (Die Sonne könnte heute scheinen. Ich weiß es aber nicht. Ich könnte Ihnen helfen, wenn Sie mir Ihr Anliegen schilderten. Sie tun es aber nicht. Hier ist der Konjunktiv richtig.)

Schritt 9 – Formuliere positiv

Damit meine ich keinen Schönwettertext. Was für ein Wort setzt sich bei dir fest? Dummerweise der Schönwettertext, um den es ja gerade nicht gehen soll. Doch das Gehirn kann negative Worte wie kein, keinen, nicht und so weiter nicht in Bilder übersetzen. Denke auf keinen Fall an ein rosa Kaninchen. Siehst du?

Schritt 10 – Bringe Begriffe ein, die gute Assoziationen auslösen

„Erfolg“, „Gewinn“, „Geschenk“, „gratis“, „gern“… All diese Wörter laden den Text mit positiven Emotionen auf.

Schritt 11 – Schreibe deinen Text noch einmal neu.

Übrigens: Willst du mit deinem Text etwas verkaufen, so kannst du auch noch etwas Druck entstehen lassen. Das schaffst du zum Beispiel durch Verknappung (nur jetzt, nur begrenzte Zeit, nur noch x Stück vorrätig) oder durch eine aktivierende Handlungsaufforderung (jetzt, gleich, sofort…).

Morgen werde ich dir die Welt der Metaphern ein wenig näher bringen. Wie erzeugst du das (richtige!) Kopfkino für deinen Leser?

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